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SechsDreizehn

In Finnland gibt es selbstklebende Briefmarken, auf denen ungewöhnliche Sportarten zu sehen sind. Ein Maler hat sie gemalt. Frauentragen, Ameisenhaufen-Sitzen, Stiefel-Weitwurf, Sumpf-Fußball, Luftgitarre-Spielen und Alter-Mann-Karren. Es soll schon mal eine Briefmarkenserie mit den fünf schönsten Plumpsklos gegeben haben. Die hätte ich gern. Mir sind diese Einrichtungen noch in schrecklichster Erinnerung. Spinnen, so groß wie Suppenteller und ein gähnendschwarzes Loch, in dem irgendwas Lebendiges hauste.
Freunde hatten sich die Weltmeisterschaft im Frauentragen einmal angeschaut. Sieger wurde einer, der kehrte seine Frau um, so dass sie ihm kopfüber vor dem Leib hing und ihre Beine in seinem Nacken verschränken konnte. Musste die Luft anhalten, wenn es durchs Gewässer ging. Jede Wette, es ginge am schnellsten, trüge man sein Weib Huckepack, geht also verloren. Ich hätte drauf geschworen.stiefel
Gestern, am Wahlabend, sind auch viele Wetten geplatzt. Nullkommadrei Prozent mehr für die AfD, und ich hätte eine Flasche Bier gewonnen. Natürlich froh. Auf Bier kann ich verzichten. Jetzt also ein Vier-Parteien-Bundestag mit monarchistischen Zügen. Der Ösi aus Wien merkte nach der zweiten Hochrechnung an, dass man das hier inzwischen besser könne, als in seinem Herkunftsland. Nach diesem schrecklichen Kompliment dann doch ein Bier getrunken.